Olympia-Schwimmhalle: Großes Bürgerfest zur Wiedereröffnung

Olympia-Schwimmhalle: Großes Bürgerfest zur Wiedereröffnung
Foto: SWM / Astrid Schmidhuber

Turmspringen, mit Schnee erfrischen oder Schiffchen spielen: Die Olympia-Schwimmhalle hat nach ihrem dreijährigen Umbau eine riesige Bandbreite an Attraktionen zu bieten. Im Rahmen eines großen Bürgerfests hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter die Olympia-Schwimmhalle offiziell wiedereröffnet. Zur Feier des Tages war der Eintritt für die Besucherinnen und Besucher frei: So hatten alle Interessierten die Möglichkeit, die runderneuerte Olympia-Schwimmhalle zu erleben und die neuen Attraktionen bei einem bunten Rahmenprogramm auszuprobieren.

Die Olympia-Schwimmhalle prägt München seit den Olympischen Sommerspielen 1972. Das Bauwerk, entworfen vom Architekten Günter Behnisch, ist mit seinem berühmten Zeltdach Teil des denkmalgeschützten Ensembles Olympiapark. Nach über 40 Jahren Dauernutzung war eine grundlegende Sanierung der Olympia-Schwimmhalle unumgänglich. Auslöser war vor allem die dringend notwendige Ertüchtigung des Brandschutzes. Nun ist die Modernisierung weitgehend abgeschlossen und es kann Wiedereröffnung gefeiert werden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Der Münchner Olympiapark gilt als eine der wenigen Sportstätten, die weit über die Spiele hinaus erhalten geblieben sind und auch heute mit vielfältigen Events bespielt werden. Im Zuge der Modernisierung der Olympia-Schwimmhalle konnten auch neue Attraktionen für die Badegäste realisiert werden – das lenkt den Blick in die Zukunft dieser Sport- und Freizeitstätte mit ihrer weltberühmten Architektur, die für München wohl so prägend ist wie die Frauenkirche oder der BMW-Vierzylinder.“

Werner Albrecht, SWM Geschäftsführer Personal, Immobilien, Bäder: „Vor zwölf Jahren haben die Stadtwerke München den Betrieb der Olympia-Schwimmhalle von der Olympiapark München GmbH übernommen. Aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Einbettung in den Olympiapark nimmt sie natürlich einen ganz besonderen Raum in unserem Münchner Bäderkonzept ein, dessen wichtiger Bestandteil auch Modernisierung ist. Denn schließlich sind die Münchner Bäder Anziehungspunkt für den Breiten- und den Spitzensport und sollen ihre Attraktivität auch in Zukunft beibehalten.“

Christine Kugler, SWM Leitung Bäder: „Im Zuge der Sanierung, Modernisierung und Umgestaltung war uns wichtig, dass der Geist von Olympia ’72 wieder deutlich erlebbar ist. Deshalb haben wir beispielsweise mit Orange und Türkis das Farbkonzept von Otl Aicher in die Olympia-Schwimmhalle zurückgebracht. Wir freuen uns, wenn unsere großen und kleinen Badegäste die sichtbaren Modernisierungen genießen und von den unsichtbar verbauten profitieren können!“

Von den Flucht- und Rettungswegen, die sich jetzt größtenteils unter das Gelände des Olympiaparks schieben, bekommen die Badegäste im Normalfall nichts mit. Ein verbessertes Badeerlebnis gibt es für sie hingegen dank umfangreicher Modernisierungen: Sämtliche technischen Installationen sind auf den neuesten Stand gebracht worden.

Die Schwimmhalle und die im vergangenen Jahr sanierte Sauna sind nun barrierefrei zugänglich. Die Becken sind für nationale Wettkämpfe ausgelegt und mit neuer Hubboden-technik als langlebige Edelstahlbecken ausgeführt.

Vielfältige neue Attraktionen
Neue Sport- und Freizeitattraktionen ergänzen das Angebot: Für den Nachwuchsstützpunkt Wasserspringen des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) wurde eine Bubble-Anlage im Springerbecken installiert, die mit einer Art Kissen aus Luftperlen das Verletzungsrisiko beim Auftreffen auf der Wasseroberfläche minimiert. So sind hier ganz neue Trainingsbedingungen für die Sportlerinnen und Sportler am 3-Meter- und 10-Meter-Sprungturm entstanden. Mutige können auf der 20 Meter langen Slackline im Sprungbecken über dem Wasser balancieren.

Plansch- & Spielespaß für die Kleinen
Eine tolle Attraktion für Familien ist der neue, großzügige Kinderplanschbereich. Er nimmt die Formensprache der Olympia-Architektur von 1972 auf – sowohl mit seinen Grundformen Kreis und Bogen als auch in der Farbigkeit. Der Kinderbereich bietet zwei Wasserbecken mit unterschiedlichen Tiefen für die kleinsten Badegäste. Zum Spielen regen ein durchströmter Schiffchenkanal mit Hafen, eine Rutsche mit Wassertunnel, Sprühkrabbe und -frosch sowie „springende Würmer“ an, die von den Kleinen gefangen werden wollen.

Einzigartig: Schneekabine in öffentlichem Bad

Schneekabine in öffentlichem Bad
Foto: SWM / Astrid Schmidhuber

In der Alpin-Sauna, die sich seit gut einem Jahr in modernisierter Schale präsentiert, gibt es nicht nur ein neues Dampfbad, sondern ab sofort auch eine Schneekabine. Diese Neuerung ist einzigartig für ein öffentliches Bad in Deutschland. Hier kann man sich nach dem Saunagang mit Schnee abkühlen und die Abwehrkräfte des Körpers stärken.

Ein neues Café rundet das Angebot ab: Auf der Tribüne mit prominentem Blick auf die großen Becken bietet es für externe Besucher oder Badegäste Snacks und Getränke an.

Frische Farbigkeit im Geist von Olympia ’72
Gestalterische Leitidee für die Sanierung der Olympia-Schwimmhalle war, bei den notwendigen Umbauten in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz und unter Beteiligung der Urheberarchitekten Architektur und Design nahe an den Originalzustand von Olympia ’72 zu bringen – aber unter Berücksichtigung der heutigen technischen und funktionalen Anforderungen.

Olympia-Schwimmhalle
Olympia-Schwimmhalle – Foto: Marcus Schlaf / SWM

Die Farbigkeit wurde mit den typischen Olympiafarben wieder in die Halle geholt und zeigt sich insbesondere in den sanierten Umkleiden und Duschtempeln. Die Lichttechnik wurde aufwendig erneuert und die einzelnen Bereiche durch energiesparende, tageslichtgesteuerte LED-Beleuchtung freundlich gestaltet.

Strategische Punkte im Gebäude werden durch große, hinterleuchtete Motive hervorgehoben. Beim Abgang von der Tribüne ins Beckengeschoss begleitet die Besucherinnen und Besucher ein spektakuläres Schwimmermotiv. Ein weiteres atmosphärisches Springermotiv der Münchner Künstlerin Stefanie Zoche repräsentiert das Turmspringen.

Infopavillon zur Olympia-Geschichte
Im Freien vor dem Eingang zur Schwimmhalle erwartet die Gäste des Olympiaparks eine weitere Neuerung. Ein kreisrunder Pavillon zeigt in einer zweigeteilten Ausstellung zum einen das Gestaltungskonzept der Regenbogenspiele von Otl Aicher inklusive des ikonographischen Leitsystems, zum anderen wird die Architektur mit einem restaurierten Parkmodell dargestellt.

Jüngster Meilenstein im Münchner Bäderkonzept
Die Abwicklung des Umbaus der Olympia-Schwimmhalle im laufendem Betrieb, damit der Hochschulsport der TU München und andere Schwimmbegeisterte die Halle zumindest in Teilen weiternutzen konnten, war eine große logistische Herausforderung. An der Fassade werden die Bauarbeiten noch etwa ein Jahr weitergehen. Die raumhohe Bauwand, die in dieser Zeit vor Staub und Lärm schützt, ist vom Künstlerkollektiv „Der Blaue Vogel“ mit einem farbenfrohen Graffiti des Olympiaparks gestaltet.

Die neun Hallenbäder und acht Sommerbäder der SWM bieten rund vier Millionen Badegästen pro Jahr Freizeitvergnügen in einem Umfang und einer Vielfalt, wie es nur wenige Städte ihren Bürgerinnen und Bürgern bieten können. Seit 1996 werden sie im Rahmen des Münchner Bäderkonzepts nach und nach fit für die Zukunft gemacht. Zuletzt war das Cosima-Wellenbad 2017 nach dreijähriger Sanierung wiedereröffnet worden. Es verfügt über ein neues Wellen-becken, Fensterfassaden, die sich zum Außenbereich öffnen lassen und den größten Planschbereich der Münchner Bäder.

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