Sendling: Festnahmen nach Betrug durch falsche Polizeibeamte

Symbolbild

Bereits am Montag, 08.04.2019, wurde eine 88-jährige Münchnerin von einem unbekannten Täter telefonisch kontaktiert. Der Anrufer gab sich als Polizeibeamter „Bernhard Diehl“ aus und erzählte der Rentnerin, dass Einbrecher in der Nähe ihrer Wohnung festgenommen worden wären und auch ihre Wertgegenstände in Gefahr seien.

Der unbekannte Anrufer konnte die Seniorin überzeugen, Bargeld aus ihrer Wohnung in einen Umschlag vor der Haustür abzulegen, sodass die Polizei es sichern konnte.

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Am Dienstag, 09.04.2019 kontaktierte der unbekannte Täter die Münchnerin erneut und gab an, dass auch ihre Bank mit in diese Straftaten verwickelt sei. Auf Anweisung des Anrufers holte sie Bargeld, Gold und Schmuck aus ihrem Bankschließfach. Die Wertgegenstände legte sie wieder vor der Haustür bereit, wo sie von unbekannten Tätern abgeholt wurde.

Bei einem erneuten Anruf der unbekannten Täter wurde die Seniorin angewiesen, einen Bargeldbetrag in Höhe von mehreren zehntausend Euro von ihrem Bankkonto abzuheben.
Die Auszahlung wurde von der Bank bis auf ein zuvor festgelegtes Limit begrenzt, außerdem wurde die Polizei alarmiert und der Vorfall zur Anzeige gebracht. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro.

Durch kriminalpolizeilichen Ermittlungen wurde bekannt, dass zwei unbekannte Männer sich in München treffen wollen und der vermeintliche Abholer einem Kurier eine größere Summe Bargeld übergeben wird. Das Bargeld stammte offensichtlich aus Straftaten, die durch falsche Polizeibeamte begangen wurden.

Am Freitag, 12.04.2019 konnten bei der Übergabe des Bargelds im Stadtteil Sendling ein 23-jähriger Türke aus dem Kreis Recklinghausen und ein 45-jähriger Türke aus München festgenommen werden. Bei der Festnahme hatte der 23-Jährige einen Umschlag mit Bargeld bei sich. Im Rahmen der weiterführenden Ermittlungen wurde ein 28-jähriger Münchner bekannt, der nach derzeitigem Ermittlungsstand als Organisator an der Straftat beteiligt war. Er wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ebenfalls in München festgenommen.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung konnte zudem Schmuck aufgefunden werden. Die Ermittlungen ergaben, dass der Schmuck und das Bargeld der Straftat zum Nachteil der 88-jährigen Münchnerin zugeordnet werden können.

Das Amtsgericht München erließ Haftbefehl gegen die drei Festgenommenen.
Die Ermittlungen werden durch die Arbeitsgruppe Phänomene geführt und dauern derzeit noch an. Unter anderem werden Zusammenhänge mit anderen Taten geprüft.

Präventionshinweis Ihrer Münchner Polizei:
– Die Polizei wird Sie niemals um Geld oder Wertsachen bitten!
– Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
– Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und übergeben Sie
grundsätzlich niemals Geld an fremde Personen und stellen Sie keine
Wertgegenstände zur Abholung vor die Tür.