Donnerstag, 14. Juni 2018: MVG wird bestreikt

Symbolbild

Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Mitglieder für Donnerstag, 14. Juni 2018, zu einem vierstündigen Warnstreik bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) aufgefordert. Anlass dafür sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern und den Gewerkschaften zum Tarifvertrag Nahverkehr Bayern (TV-N). Novum ist, dass es einen Solidaritätsstreik geben soll. Dazu hat Verdi die Mitarbeiter im Haustarifvertrag TV MVG aufgerufen. Der TV MVG ist nicht Gegenstand der aktuellen Tarifverhandlungen.

Welche Verkehrsmittel sind von dem Warnstreik betroffen?
Verdi bestreikt die MVG komplett. Am Donnerstag, 14. Juni, soll der Fahrdienst bei U-Bahn, Tram und Bus von Betriebsbeginn um 4 Uhr bis ca. 8 Uhr lahmgelegt werden. Die Beschäftigten in Werkstätten, Verwaltung, Infrastruktur und Vertrieb werden von Verdi aufgerufen, ihre Arbeit von 6 Uhr bis 10 Uhr ruhen lassen. Der Warnstreik trifft die Münchnerinnen und Münchner zur Unzeit, nämlich im morgendlichen Berufsverkehr. Der Warn-streik wird damit auch auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler aus-getragen. Die S-Bahn (Betreiber: Deutsche Bahn AG) verkehrt planmäßig. Auch der Regionalbusverkehr ist nicht betroffen.

Werbung / Anzeige

Welche Auswirkungen hat der Streik?
Der MVG liegen keine Informationen dazu vor, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Aufruf von Verdi tatsächlich folgen. Grundsätzlich ist daher von massiven Einschränkungen, Engpässen und Überlastungen auszugehen. Absehbar sind folgende Auswirkungen:

U-Bahn: Kein Betrieb
Die U-Bahn bleibt geschlossen, weil kein geregelter Betrieb zu gewährleisten bzw. kurzfristig zu Betriebsbeginn zu organisieren ist. Hauptgrund für diese Entschei-dung ist der angekündigte Solidaritätsstreik. Dadurch ist in keiner Weise absehbar, wie viele Mitarbeiter wann und wo zum Dienst erscheinen. Auch eine ausreichen-de Besetzung der Leitstelle ist zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss. Sollten sich früh-zeitig viele Beschäftige einsatzbereit melden, ist eine Teilaufnahme des U-Bahn-betriebs bereits vor dem Ende des Warnstreiks nicht ausgeschlossen. Die Ent-scheidung trifft der für den U-Bahnverkehr zuständige Betriebsleiter.

Tram: Linien 19 und 20 im Einsatz
Wie viele Züge in den Fahrgastbetrieb gehen können, hängt auch bei der Tram von der Verfügbarkeit der Fahrer ab. Wegen des Solidaritätsstreiks können dazu derzeit keine verlässlichen Prognosen abgegeben werden. Die MVG rechnet je-doch damit, die Linie 19 (Pasing – Innenstadt – Berg am Laim Bf.) und die Linie 20 (Stachus – Moosach) betreiben zu können. Je nach Personalverfügbarkeit werden ggf. weitere Linien bedient.

Bus: Jedes zweite Fahrzeug auf Linie
Im Betriebszweig Bus wird die Hälfte der Leistung von privaten Kooperationspart-nern der MVG gefahren. Deren Mitarbeiter sind nicht an den aktuellen Tarifver-handlungen beteiligt und nicht zu einem Solidaritätsstreik aufgefordert. Die MVG geht deswegen davon aus, auf vielen Linien einen eingeschränkten Betrieb mit unregelmäßigen Takten anbieten zu können. Linien, die nicht bedient werden können, werden bekanntgegeben.

Wann läuft der Regelbetrieb wieder an?
Nach Beendigung der Streikmaßnahmen wird es noch einige Stunden dauern, bis U-Bahn, Tram und Bus wieder regelmäßig und in vollem Umfang fahren. Die Fah-rer müssen zunächst zu ihren Fahrzeugen kommen, die Züge in das Netz einfä-deln und von der Leitstelle in den Fahrplan eingetaktet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle Züge gleichzeitig ausrücken können, um die Fahr-stromversorgung nicht zu überlasten. Erst gegen Mittag ist mit einem regelmäßi-gen Betrieb zu rechnen. Beim Bus werden Störungen bis in den späten Vormittag hinein erwartet.

Was empfiehlt die MVG ihren Fahrgästen?
Wer kann, sollte die MVG-Verkehrsmittel am Donnerstag bis mittags meiden und sich andere Wege suchen. Es ist auch dann mit massiven Engpässen und Über-lastungen zu rechnen, wenn einzelnen Linien unter Umständen weitgehend regu-lär bedient werden können. Voraussichtlich entstehen für Fahrgäste teils lange Wartezeiten an den Haltestellen, weil zu wenig Platz für alle in den verbleibenden Fahrzeugen ist.

Wo gibt es laufend aktuelle Informationen?
Die MVG informiert laufend auf www.mvg.de über die aktuelle Betriebslage, eben-so auf ihrer Facebook-Seite. Selbstverständlich finden Kunden die Informationen auch in der App MVG Fahrinfo München und auf Twitter. Außerdem wird die MVG ihre Kunden über die elektronischen Anzeigen und mit Durchsagen über den Streik informieren.

Was sagt die MVG-Geschäftsführung zu dem Warnstreik?
Die MVG-Geschäftsführer Ingo Wortmann und Werner Albrecht bewerten die Streikaktivitäten wie folgt:
„Wir bedauern, dass Verdi kurz vor der dritten Verhandlungsrunde am Freitag die Muskeln spielen lässt. Denn eine Tarifeinigung liegt bereits in greifbarer Nähe, und zwar in Höhe des diesjährigen Tarifabschlusses für den öffentlichen Dienst, der für die SWM Beschäftigten im Tarifvertrag Versorgung (TV-V) sowie in anderen Bun-desländern längst auch für den Nahverkehr übernommen wurde. In Summe geht es dabei um insgesamt 7,5 % mehr Geld über 30 Monate. Kein Verständnis haben wir für den Aufruf zum Solidaritätsstreik! Das sind Auswüchse auf dem Rücken der Fahrgäste, die den Streiktag für uns und unsere Kunden völlig unplanbar machen und die Bürgerinnen und Bürger unnötig und massiv belasten.“