Übernachtungsschutz für Obdachlose in der Lotte-Branz-Straße

Übernachtungsschutz für Obdachlose in der Lotte-Branz-Straße
Symbolbild

Grünes Licht für ein Münchner Vorzeige-Projekt: In der Lotte-Branz-Straße soll bis 2023 ein Neubau für den Übernachtungsschutz für Obdachlose sowie eine medizinische Einrichtung für Asylerstuntersuchung entstehen. Die Vollversammlung des Münchner Stadtrats hat den gemeinsamen Neubau in Freimann beschlossen. Die Projektkosten liegen insgesamt im zweistelligen Millionenbereich, für 2021 werden 3,6 Millionen Euro bereitgestellt.
Kommunalreferentin Kristina Frank: „Die bisherigen Einrichtungen, die zum Teil in Containern untergebracht waren, werden durch den Neubau eine feste Größe in München. Ich freue mich über den Beschluss, denn wir müssen jetzt schnell starten, damit es bei diesen wichtigen Angeboten keine Lücke gibt, wenn wir die derzeitigen Räumlichkeiten in der Bayernkaserne Ende 2023 abreißen. Beim Abriss haben wir keinen Spielraum nach hinten, da wir im Rahmen eines Recyclingkonzepts das gewonnene Abbruchmaterial aufbereiten, zwischenlagern und beim Neubau wiederverwerten.“

Der Übernachtungsschutz umfasst rund 800 Bettplätze in Vier-Bett-Zimmern mit einer Brutto-Grundfläche von rund 10.000 Quadratmetern. Bislang sind die obdachlosen Personen im Übernachtungsschutz in 8- bis 12-Bett-Zimmern untergebracht. Dies führte häufig zu Konflikten und in der Coronapandemie musste die Zimmerbelegung entzerrt werden, um Ansteckungen zu verhindern.

Die Reduzierung auf Vier-Bett-Zimmer stellt eine wesentliche Standardverbesserung dar. Weiterhin wird es im Neubau auch dringend benötigte Kranken- und Krisenzimmer, Zimmer für mobilitätseingeschränkte Personen (mit Rollstuhl oder Rollator) geben, Zimmer für vulnerable Gruppen und auch Übernachtungsmöglichkeiten für obdachlose Männer und Frauen mit Hunden. Eingeplant werden außerdem Beratungsräume für die sozialpädagogische Beratung und ein Behandlungszimmer für die ehrenamtlich tätigen Ärzt*innen von open.med. Vorsorglich werden zudem Küchenanschlüsse eingeplant. Auf Wunsch des Stadtrats soll noch geprüft werden, ob in dem Gebäude auch ein Tagestreff realisiert werden kann. Sozialreferentin Dorothee Schiwy: „Wir sind froh, dass wir nach dem Auszug aus der Bayernkaserne das bundesweit einzigartige Angebot des Übernachtungsschutzes in gleichem Umfang und besseren Standards als im bisherigen Provisorium ohne Unterbrechung fortsetzen können. Wir werden in dem neuen Objekt besser das Schutzbedürfnis bestimmter Zielgruppen, wie Frauen, Familien und LGBTI* erfüllen. Für Menschen mit Behinderung werden wir künftig barrierefreie Zugänge haben, so dass auch sie einen guten Zugang zum Übernachtungsschutz haben werden. Mit der Fortsetzung des Übernachtungsschutzes bietet München einen sicheren Platz für mittellose Menschen, die in München auf Arbeitssuche sind oder schlicht in unserer Stadt gestrandet sind und sendet damit ein deutliches humanitäres Signal für eine soziale Stadt.“
Die Medizinische Erstuntersuchungseinrichtung für Asylsuchende umfasst unter anderem fünf Untersuchungs-, zwei Röntgenräume sowie Ärzt*innen- und Warteräume auf insgesamt 3.000 Quadratmetern Grundfläche. Der Neubau dient als Ersatz für die bisherigen Häuser 12 und 20 auf dem Areal der Bayernkaserne, die abgerissen werden, weil dort das neue Wohngebiet „Heidemannpark“ entsteht.

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Durch die unmittelbare räumliche Nähe zum Übernachtungsschutz und dem Ankunftszentrum der Regierung von Oberbayern wird die bereits enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit noch weiter optimiert. Ich freue mich darüber, dass wir als örtlich zuständiges Gesundheitsamt künftig in einem professionell und ansprechend gestalteten neuen Umfeld den Prozessablauf der ärztlichen Untersuchung von Asylsuchenden und Obdachlosen weiter verbessern können.“

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