Neue Blattschneiderameisen-Anlage in Hellabrunn

Neue Blattschneiderameisen-Anlage in Hellabrunn
Foto: Tierpark Hellabrunn

Sie sind klein, dafür jedoch zahlreich: Seit diesem Jahr können Besucher wieder Blattschneiderameisen in Hellabrunn betrachten. Zu finden sind sie in der neuen Ameisenanlage des Schildkrötenhauses. Mit einer ausführlichen Edukation erklärt Hellabrunn ihr bemerkenswertes Sozialsystem.

Wer die „Neuen“ in Hellabrunn beobachtet, dem wird schnell auffallen: Der Name der Blattschneiderameisen kommt nicht von ungefähr. Mit ihrem massigen Kiefer schneiden sie Stücke aus Blättern, die in etwa so groß sind wie sie selbst. Wie ein Segel transportieren die Ameisen das Blatt zum Nest; und damit oft das Zehnfache ihres eigenen Köpergewichts. Seit diesem Jahr können die Besucher sie wieder in einer völlig neuen Anlage im Hellabrunner Schildkrötenhaus beobachten, die unter anderem klimatechnisch auf den neuesten Stand gebracht worden ist.

Eine ausführliche Edukation bringt den Besuchern das Sozialsystem der Tiere näher. Denn egal, ob Verteidigung, Transport oder Nachwuchs – die Aufgaben im Ameisenstaat sind klar verteilt. Angeführt und gegründet wird die riesige Ameisenkolonie von einer Königin. Bis zu 150 Millionen Nachkommen kann diese im Laufe ihres Lebens hervorbringen. Um diese Massen satt zu bekommen, legen Blattschneiderameisen als Nahrungsquelle unterirdische und auf Blättern wachsende Pilzgärten an. Hierfür werden pro Jahr rund sechs Tonnen Blätter gesammelt – das entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefantenbullen.

Ihre natürliche Verbreitung ist in Mittel- und Südamerika. Die Beißkraft der Ameisen haben sich einige Naturvölker dort zu Nutze gemacht. Die Ameise wird an eine Schnittwunde angesetzt, ihr Kiefer versteift sich und hält die Wundränder einige Tage zusammen – so wirkt sie wie ein Klammerpflaster.

„Biologische Vielfalt fängt auch bei den kleinsten Lebewesen an. Das Sozialsystem der Blattschneiderameisen versetzt Laien und Experten gleichermaßen ins Staunen. Nun haben Hellabrunn-Besucher seit diesem Jahr wieder die Chance, mehr über diese faszinierende Tierart zu erfahren“, so Tierpark-Direktor Rasem Baban.

 

 

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