Dominik-Brunner-Stiftung Gedenkveranstaltung 2019 – Mahnmal für Zivilcourage erinnert seit 2013 an die Tat

Dominik-Brunner-Stiftung Gedenkveranstaltung

Anlässlich des 10. Todestages von Dominik Brunner hat die Dominik-Brunner-Stiftung am Donnerstag, den 12. September 2019, an die Zivilcourage ihres Namensgebers erinnert. Dieser wurde vor zehn Jahren, als er Schüler vor Jugendlichen beschützte, am S-Bahnhof München-Solln Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens und erlag kurz darauf seinen Verletzungen. „Der Name Dominik Brunner wurde in Bayern und darüber hinaus zum Synonym für Zivilcourage“, betonte Staatsminister Joachim Herrmann. Bayern sei das sicherste Bundesland, doch die Polizei könne trotz Personalaufstockungen nicht zu jeder Zeit an jedem Ort sein. „Es braucht auch den Mut der Bürger im Freistaat, unsere Werte zu verteidigen“, so Herrmann.

Auf dem Park & Ride Parkplatz am S-Bahnhof Solln versammelten sich rund 140 geladene Gäste, die der Einladung der Stiftung gefolgt waren. „Der Fall Dominik Brunner hat uns vor Augen geführt, dass wir alle Opfer von sinnloser Gewalt werden können. Dann wären wir froh, wenn jemand wie Dominik Brunner uns helfen würde“, sagte Uli Hoeneß, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. „Er hat das getan, was wir alle tun sollten. „Mit seinem Handeln wurde Dominik Brunner innerhalb kürzester Zeit zum Synonym für Zivilcourage“, ergänzte Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der DB AG für den Freistaat Bayern.

Gründung der Dominik-Brunner-Stiftung 2009
Die Menschen dazu zu bewegen, zu helfen und nicht wegzusehen, wenn andere in Not sind – dieser Gedanke war die Initialzündung für die Stiftungsidee. Und der Wunsch, dass von Dominik Brunner etwas weiterlebt, sein Tod nicht umsonst gewesen ist. In Gedenken an die mutige Tat und den besonderen Menschen gründeten Familie, Freunde und Kollegen noch 2009 die Dominik-Brunner-Stiftung mit Sitz am Unternehmensstandort der ERLUS AG in Neufahrn. „Mich hat der Fall 2009 persönlich so berührt, dass ich der Stiftung meine aktive Unterstützung als Kuratoriumsvorsitzender zugesagt habe“, erinnert sich Hoeneß.

Mahnmal für Zivilcourage erinnert seit 2013 an die Tat
Seit 2013 erinnert das Mahnmal für Zivilcourage der Dominik-Brunner-Stiftung am Bahnsteig in Solln an die Bedeutung von Zivilcourage in unserer Gesellschaft. Es zeigt drei Menschen unter dem Motto „Zusammenhalt macht stark“, die sich an der Hand halten. Ergänzt wird es durch eine Tafel mit dem Zitat Molières „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Eine kleine Gedenktafel direkt am Bahnsteig – dem Tatort, an dem Dominik Brunner 2009 sein Leben lassen musste – komplettiert die Erinnerung. „Auch zehn Jahre nach dem tragischen Tod von Dominik Brunner bleibt er für die Münchnerinnen und Münchner unvergessen“, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Besonderen Dank adressierte er in seiner Rede an Liselotte Schneider, die sich seit mehreren Jahren ehrenamtlich um das Mahnmal in Solln kümmert.

Menschen mit Zivilcourage gibt es viele
Seit 2009 verfolgt die Dominik-Brunner-Stiftung drei Ziele: Aufklärung, Gewaltprävention und Würdigung von Zivilcourage. Dass sie in den vergangenen Jahren viel bewegen konnte, verdeutlichten mehrere Pinnwände mit Zeitungsartikeln. Als Leuchtturmprojekte haben sich dabei das Dominik-Brunner-Haus der Johanniter in Ramersdorf, die inzwischen in vielen bayerischen Regierungsbezirken durchgeführte Lehrerausbildung pack ma’s in Kooperation mit dem Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband sowie die Ehrung von Vorbildern für Zivilcourage erwiesen. Die Geschichten der mutigen Menschen wurden am Rande der Veranstaltung ausgestellt. „Es gibt viele Personen, die anderen helfen und nicht wegschauen“, betonte Sabine Kremer, die ehrenamtlich die Fälle von Zivilcourage für die Stiftungs-Website recherchiert und aufbereitet. Mit Unterstützung des FC Bayern München werden die Vorbilder in der Allianz Arena vor einem Bundesligaspiel im ausverkauften Stadion geehrt. Dafür bedankte sich Kremer ganz herzlich bei Hoeneß und dem FC Bayern.

Die feierliche Gedenkveranstaltung wurde vom Chor der Polizei München musikalisch begleitet, von ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein moderiert und mit einer ökumenischen Andacht des katholischen Weihbischofs Rupert Graf zu Stolberg und der Stadtdekanin Barbara Kittelberger von der Evangelisch-Lutherischen Kirche abgeschlossen.

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